Hochwasseralarm in Spremberg!
Schon in den frühen Vormittagsstunden des Heimatfestsonntages waren erste Anzeichen der drohenden Gefahr zu erkennen. Die Spree führte deutlich mehr Wasser als in den Tagen zuvor. Im Verlaufe des Nachmittags verschärfte sich die Situation zusehens. Die Spree steigt nun stündlich und schon in der Nacht erwartet der Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze eine Wasserhöhe von über 4 Metern, was dann zugleich die höchste Hochwasserwarnstufe 4 bedeutet. Während schon am späten Nachmittag erste Brückenunterführungen in der Stadt gesperrt wurden und einzelne Anlieger mit dem Füllen von Sandsäcken begannen, hat der Landkreis vorerst zusätzlich 20.000 Sandsäcke bereitgestellt und der Bauhof mehr als 80 Tonnen Kies für erste Schutzmaßnahmen herbeigeschafft. Ob das reichen wird muss der Krisenstab in den nächsten Stunden überwachen und ggf. weitere Maßnahmen ergreifen.
Die beliebte Abschlussrunde in der Gaststätte zur Post wird an diesem Heimatfest für viele Spremberger wohl ausfallen müssen, denn dort sind bereits fleißige Helfer dabei den drohenden Wassermassen Gegenwehr zu bereiten. Auch am Pfortenplatz konnten unsere Redakteure erste Sandsäcke und Räumaktionen, beispielsweise an der beliebten Caram Bar Lounge, am Sonntagnachmittag beobachten.
Während auf den Bühnen des Heimtfestes noch die letzten Klänge aus den Boxen dröhnen sind hinter den Kulissen seit 15 Uhr nicht nur ein Krisenstab aktiv, sondern auch die vielen Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt mit der Vorbereitung der Schutzmaßnahmen beschäftigt. Das Landesumweltamt hat Hoffnung dass die derzeit wegen Bauarbeiten kaum gefüllte Talsperre Spremberg ein wenig Entlastung für die Situation in Brandenburg geben wird, für Spremberg selbst jedoch liegt die Talsperre eben erst hinter dem Stadtgebiet, so dass es hier in den nächsten Stunden besonders kritisch werden könnte.
Für Betroffene hat die Stadt ein Bürgertelefon eingerichtet: 03563-340128
UPDATE Montag 09. August 2010:
Die Stadt erwartet im Laufe des Tages den weiteren Anstieg der Spree und das Erreichen der Alarmstufe 3, möglicherweise in der Nacht sogar Anstieg auf die höchste Warnstufe 4. Jetzt mobilisiert die Stadt alle möglichen Kräfte zum Befüllen von Sandsäcken und dem Errichten von Wassersperren. Wo Hilfe gebraucht wird kann im Twitterstream verfolgt werden.
UPDATE Dienstag 10. August 2010:
Das vorerst Gröbste ist überstanden, die Spree bleib weitestgehend in ihrem Flussbett. Lediglich in Cantdorf wurden weite Wiesenflächen geflutet. Derzeit sinken die Pegelstände und es mit einer Entlastung zu rechnen. Jedoch droht am Wochenende noch einmal Gefahr durch vorhergesagte Regenfälle, deshalb sollen nach derzeitigem Kenntnisstand die Schutzanlagen und Sandsäcke vorerst liegen bleiben um das Wochenende abzuwarten.
Update Dienstag 10. Augsut 16:40 Uhr: Der Stab „Hochwasser“ des Landkreises Spree-Neiße gibt zur aktuellen Hochwassersituation bekannt:
Talsperre Spremberg
Um 08:00 Uhr wurde mit der Abgabe aus der Talsperre Spremberg begonnen, welche bis jetzt planmäßig verläuft. Das Wasser wird kontrolliert über die Spree, den Nordumfluter und diverse Gewässer des Spreewaldes verteilt, somit besteht aus gegenwärtiger Sicht keine Gefahr für die Gemeinden im Spreewald, da ausreichend Flutungsfläche im nichtbewohnten Hochwald zur Verfügung steht.
Wir bleiben an dem Thema natürlich dran und werden über aktuelle Entwicklungen per Twitter-Kurznachrichten informieren. Zu unserem Twitter-Ticker
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Max
Sollte Hilfe beim Schleppen der Sandsäcke nötig sein, fände ich es super, wenn ihr das kund tut.