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Öffnung der Arbeitsmärkte

Chance für die Region Berlin-Brandenburg

Ab 1. Mai 2011 gilt für die Arbeitnehmer aus acht weiteren EU-Mitgliedsstaaten die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit. Die Bürger aus Polen, Estland, Lettland, Litauen, Ungarn, Tschechien, der Slowakei und aus Slowenien haben dann das Recht auf freien Zugang zu einer Beschäftigung in Deutschland.
Die Auswirkungen auf die deutsch-polnische Grenzregion und das gesamte Land Brandenburg wie auch auf Berlin lassen sich noch nicht konkret einschätzen. Insgesamt rechnet das IAB bundesweit jährlich mit etwa 100.000 Zuwanderern. Regional werden etwa 9.000 überwiegend polnische Arbeitnehmer auf dem brandenburgischen und 28.000 auf dem Berliner Arbeitsmarkt bis 2015 erwartet. Das würde einem Anteil an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten von 1,2 beziehungsweise 2,5 Prozent entsprechen. „Insgesamt sehe ich die Zuwanderung mit Blick auf die Fachkräftesicherung als eine Chance für Berlin und Brandenburg. Bereits jetzt machen sich in der Region deutlich die demographischen Veränderungen bemerkbar. Mit der Freizügigkeit eröffnet sich damit für Unternehmen in Berlin und Brandenburg die Möglichkeit, auch Fachkräfte in den benachbarten EU-Staaten zu gewinnen. Neben der Qualifizierung eigener Beschäftigter durch die Betriebe und den Förderangeboten der Agenturen für Arbeit zur Weiterbildung arbeitsloser Menschen steigen also die Chancen, freie Stellen mit Fachkräften zu besetzen. Davon kann unsere Region wirtschaftlich profitieren“, erklärt Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg.
„Für viele Unternehmen eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit und des Austauschs von Fachkräften, was zu einer besseren Wettbewerbsfähigkeit führen kann. Seitens der Bundesagentur für Arbeit gibt es ein umfangreiches Informationsangebot für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die sich für das Arbeiten und Leben im jeweils anderen Land interessieren. Die EURES-Berater unterstützen sowohl bei der Suche nach Arbeitsplätzen als auch bei der grenzüberschreitenden Personalrekrutierung“, informiert Christian Ramm, EURES-T-Beauftragter der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg und Leiter der Agentur für Arbeit Eberswalde.
Die Arbeitsagenturen Eberswalde, Frankfurt (Oder) und Cottbus pflegen seit vielen Jahren partnerschaftliche Kontakte zu den polnischen Arbeitsverwaltungen in der Grenzregion. Mit gemeinsamen Vereinbarungen, beispielsweise zwischen der Arbeitsagentur Eberswalde und der Arbeitsverwaltung Gorzow, wird die Zusammenarbeit konkret geregelt. Jochem Freyer, Leiter der Agentur für Arbeit Frankfurt (Oder), verweist auf die besonders enge Zusammenarbeit mit Slubice: „Frankfurt (Oder) ist traditionell das Brandenburger Tor von und nach Osteuropa. Seit Jahren arbeiten wir mit unseren Partnern aus Frankfurt (Oder) und Slubice ausgesprochen intensiv daran, dieser Verantwortung gerecht zu werden. Die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit ist eine große Chance für Menschen und Unternehmen beidseits der Oder. In der jetzigen Phase wollen wir vor allem Vertrauen zwischen den Menschen und Transparenz über die Märkte und ihre Rahmenbedingungen schaffen. Verschiedenste Konferenzen, Mitarbeiteraustausche und unser neues deutsch-polnisch-sprachiges Beratungsangebot für alle Bürger helfen uns dabei.“
Rund um den 1. Mai werden in der gesamten Grenzregion vielfältige Informationsveranstaltungen stattfinden. In Zittau beispielsweise schon Anfang April ein Job-Speed-Dating für deutsche, polnische und tschechische Arbeitnehmer, in Police und Breslau deutsch-polnische Jobbörsen, ein Tag der Arbeitnehmerfreizügigkeit Anfang Mai in Stettin und weitere Informationsveranstaltungen in Slubice, Gorzow, Wilkoplolski und Görlitz. Der Cottbuser Leiter der Agentur für Arbeit, Heinz-Wilhelm Müller, hat sich mit seinen Mitarbeitern und dem Eures-Berater ebenfalls seit langem auf die komplette Öffnung des Arbeitsmarktes eingestellt: „Der Beratungsbedarf der polnischen Arbeitnehmer wird steigen, gerade auch bei jungen Leuten, die die Qualität der dualen Ausbildung in Deutschland zu schätzen wissen. Zukünftig werden sich neue Möglichkeiten in der Zusammenarbeit ergeben, von denen alle Seiten profitieren können. Am 9. Mai findet in Zagan ein Europatag unter dem Motto „Arbeiten beim Nachbarn“ statt, an dem wir teilnehmen und unsere Dienstleistungen anbieten werden. Weitere gemeinsame Aktivitäten sind in Planung, um den gegenseitigen Austausch zu fördern.“



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